Einsatzfälle in Industrie und Gewerbe
Lastspitzen kappen
Der Speicher übernimmt die Leistung oberhalb einer Zielspitze. Der Leistungspreis der Netzentgelte sinkt für das ganze Jahr, ohne in Prozesse einzugreifen. Mehr dazu: Ratgeber Lastspitzenkappung.
Solarstrom selbst nutzen
Überschüsse der PV-Anlage am Mittag werden gespeichert und in Schichten oder am Abend verbraucht, statt sie günstig einzuspeisen. Mehr dazu: PV-Anlagen für Unternehmen.
Netzanschluss entlasten
Neue Maschinen, Wärmepumpen oder Ladepunkte brauchen mehr Leistung, als der Anschluss hergibt. Ein Speicher puffert die Spitzen und kann einen Ausbau aufschieben. Mehr dazu: Ladeinfrastruktur für Unternehmen.
Atypische Netznutzung
Der Speicher hält die Last in den Hochlastzeitfenstern des Netzbetreibers niedrig. Das ist die Grundlage für ein individuelles Netzentgelt nach § 19 StromNEV. Mehr dazu: Ratgeber atypische Netznutzung.
Prozesse absichern
Kurze Spannungseinbrüche oder Netzstörungen können empfindliche Anlagen stoppen. Speicher und Power-Quality-Lösungen halten die Versorgung stabil. Mehr dazu: Power Quality.
In der Praxis übernimmt ein Speicher oft mehrere Aufgaben. Die Steuerung legt fest, welche Aufgabe Vorrang hat, zum Beispiel Spitzenkappung vor Eigenverbrauch.
kW oder kWh: was zählt wofür?
- Leistung in kW: Wie viel Strom kann der Speicher in einem Moment abgeben oder aufnehmen? Entscheidend für Lastspitzenkappung, Netzanschluss und Absicherung.
- Kapazität in kWh: Wie lange hält er diese Leistung durch? Entscheidend für Solarstrom, lange oder häufig aufeinanderfolgende Spitzen.
Ein Speicher mit 200 kWh kann je nach Lastprofil passend, zu groß oder zu klein sein. Wer nur nach Kapazität vergleicht, übersieht oft die Leistung, die im Einsatzfall wirklich gebraucht wird.
Was die Auslegung bestimmt
- Lastgang: Höhe, Dauer und Häufigkeit der Spitzen über mindestens zwölf Monate,
- Leistungspreis, Spannungsebene und Hochlastzeitfenster des Netzbetreibers,
- Erzeugung vor Ort, etwa eine bestehende oder geplante PV-Anlage,
- Netzanschluss, Schaltanlage und Transformator,
- Aufstellort, Brandschutz und Zugänglichkeit,
- geplante Erweiterungen wie Ladepunkte, Wärmepumpen oder neue Linien.
Beispiel aus der Praxis
Aus unserer Case Study Batteriespeicher (PDF): Ein Betrieb mit 800 kW Spitzenlast kappt sie mit einem Batteriespeicher auf 600 kW. Bei einem Leistungspreis von 163,39 €/kW pro Jahr (Dortmunder Netz, Mittelspannung 2025, über 2.500 h/a) sinken die Leistungskosten um 25 %, das sind ca. 32.700 € pro Jahr. Eure eigene Größenordnung könnt ihr mit dem Lastspitzen-Rechner abschätzen.
Statische Beispielrechnung ohne Finanzierung, Wartung und Förderung. Die tatsächliche Ersparnis ist projektspezifisch.
Vom Lastgang zum laufenden Speicher
- Daten sammeln: Lastgang, Netzentgelt-Abrechnung, Angaben zu Netzanschluss und PV.
- Potenzial bewerten: Einsatzfälle rechnen und die wirtschaftliche Kombination wählen.
- Speicher auslegen: Leistung, Kapazität, Aufstellort und Brandschutz planen.
- Bauen und einbinden: Lieferung, Montage, Netzanschluss, Schaltanlage und Inbetriebnahme aus einer Hand.
- Betrieb: Die Steuerung arbeitet laufend, wir überwachen und warten.
Mehr zu unseren Speicherprojekten findet ihr auf der Seite Batteriespeicher, für Projekte im Megawatt-Bereich unter Großbatteriespeicher.
